Wolfgang Aigner wurde das Weinmachen in die Wiege gelegt. Der Sohn eines Winzers übernahm bereits mit 21 Jahren das elterliche Weingut in Krems.
Von Anfang an arbeitete Aigner konsequent daran, das Potenzial seiner hervorragenden Lagen auszuschöpfen. Denn dort, im Terroir von Sandgrube und Weinzierlberg, liegt die Stärke des Weinguts, das heute auf rund 13 Hektar einige der interessantesten Weißweine der Kremser Region produziert.
Die Rebstöcke wurden großteils vom Vater vor 40 Jahren ausgepflanzt, der Schwerpunkt liegt auf den Sorten Grüner Veltliner und Riesling. Die Weine haben ein unverkennbares Profil: sie sind gehaltvoll, aber nicht schwer, wirken frisch, mit markanter Würze und kraftvollem Bukett.
Aigner baut seine Weine lagerfähig aus. Die Reserven sind noch nach 20 Jahren frisch, zeigen klare Frucht und vielschichtige Tertiäraromen.
Neuheit 2010:
Es gibt erstmalig den Grünen Veltliner Kremstal DAC Reserve ELITÄR. Die Trauben wurden am 16.11.2010 mit 23° KMW gelesen. Das Traubenmaterial war Botrytis-frei und die Reife war perfekt. Diesen Wein gibt es ab Ende September im Verkauf.
Weinbeschreibung von Herrn Bernulf Bruckner - 2010 Grüner Veltliner „Elitär" DAC Reserve
Komplexes, ausgesprochen nobles Bouquet nach Waldhonig, Pfefferkörnern, Koriander und Wacholder, durchwirkt von kühler Mineralität; strömt druckvoll, gleichmäßig, mit pfeffrigen, minzig-kräuterigen Anklängen über den Gaumen; toller Schmelz, lupenreine Struktur, kraftvoll, finessereich; eine Selektion der Selektion und tatsächlich ein elitäres Meisterstück des Kremser Veltlinermachers.
Aigner-Weine sind immer kräftig im Aroma, dabei zugleich frisch und fruchtbetont.
Der scheinbare Widerspruch wird durch eine feine Balance der Komponenten aufgelöst: Fruchtnoten nach Äpfeln, Pfirsich und Quitten treffen auf würzige Töne wie Pfeffer und Schiefer. Saftiger Schmelz wird durch kräftige Säure strukturiert. Nach ein paar Jahren der Reife gewinnen die Weine komplexe Tertiäraromen hinzu – Honig und Karamell, den Duft von feuchten Wiesen, Anklänge von geriebenen Nüssen.
„Reife" ist einer der Schlüsselbegriffe für das Verständnis der Philosophie von Weinmacher Aigner. Daneben spielen zwei andere Leitgedanken eine führende Rolle, nämlich „Tradition" und „Kraft". In diesem Dreieck entfaltet sich Aigners kreatives Potenzial: Die Weine sollen nicht modisch daher kommen und schon gar keine vordergründigen Showeffekte liefern, sondern das repräsentieren, was das Wesen und die Größe der Kremser Weine ausmacht – eine Größe, die nicht über Nacht entstanden ist und die daher auch mit Bedacht gepflegt werden muss. Zu diesen traditionellen Werten gehört auch die Lagerfähigkeit: Die besten Weine präsentieren sich noch nach 15 oder 20 Jahren frisch und vital.
Weiße Weine mit Reifepotenzial sind auch in Österreich immer noch eher eine Sache für Spezialisten, nicht unbedingt für den Massengeschmack. Wolfgang Aigner hat sich daher von vornherein das Ziel gesetzt, eher die Gruppe der erfahrenen Kenner anzusprechen. Es ist wie bei der klassischen Musik: Wer sich besser auskennt in der Welt der Symphonien und Opernarien, der hat einfach mehr Spaß beim Zuhören. Auch die wahre Größe eines gereiften Veltliners von der Sandgrube erschließt sich nur dem, der schon ein wenig Erfahrung mit der komplexen Aromatik eines großen Weißweins gesammelt hat.